Blickkontakt (Kommando Schau)
Warum dein Hund dich ansehen muss
Bevor du deinem Hund irgendein Signal gibst („Sitz“, „Komm“, „Fuß“), brauchst du eine Leitung zu ihm. Wenn er gerade eine Katze fixiert oder an einem Grashalm schnüffelt, ist die Leitung besetzt. Dein Rufen verhallt ungehört.
Das Kommando „Schau“ ist der Hörer, den du abnimmst. Es bedeutet: „Nimm den Blick von der Umwelt weg und richte ihn auf mich. Gleich kommt eine wichtige Info.“
Ein Hund, der von sich aus Blickkontakt sucht, zieht nicht an der Leine und pöbelt nicht, weil er sich an dir orientiert („Chef, was machen wir jetzt?“).
Schritt 1: Den Blick einfangen
Am Anfang „bestichst“ du ihn ein wenig, um den Blick zu lenken.
- Nimm ein Leckerli in die Hand.
- Halte das Leckerli direkt vor die Nase des Hundes, damit er es riecht.
- Führe die Hand nun langsam von seiner Nase hoch zu deinen Augen.
- Der Hund wird der Hand mit dem Blick folgen und dir automatisch kurz in die Augen schauen.
- In genau dieser Sekunde: „Klick“ (oder Markerwort „Fein!“) und gib ihm das Leckerli.
Schritt 2: Das Leckerli ausschleichen
Der Hund soll dich ansehen, nicht das Wurststück in deiner Hand.
- Mache die gleiche Bewegung wie in Schritt 1, aber ohne Leckerli in der Hand. Die Hand ist leer, riecht aber vielleicht noch gut.
- Führe die Hand zu deinen Augen.
- Sobald er dir in die Augen schaut: Loben! Und dann holst du das Leckerli mit der anderen Hand aus der Tasche.
- Er lernt: „Der Blick in die Augen ist der Schlüssel zum Tresor.“
Schritt 3: Das Wort einführen
Wenn die Handbewegung (von der Nase zu den Augen) sitzt, sagst du dein Wort dazu. Kurz bevor er schaut, sagst du: „Schau“ (oder „Guck“).
Schritt 4: Alltag und Ablenkung
Das ist der wichtigste Teil. Übe das nicht nur im Wohnzimmer. Übe es draußen.
- Er schnüffelt? Sag „Schau“.
- Er sieht einen anderen Hund in weiter Ferne? Sag „Schau“.
Der Profi-Tipp: Wenn du an einem anderen Hund vorbeigehen willst (ohne Pöbeln), fordere das „Schau“ ein. Solange dein Hund dich ansieht, kann er den anderen Hund nicht fixieren. Wer nicht fixiert, regt sich meist auch nicht auf. Blickkontakt ist die beste Vorbeugung gegen Leinenaggression.
