Decken-Training
Warum dieses Kommando dein Leben verändern wird
„Sitz“ und „Platz“ sind gut, aber sie lösen ein Problem oft nicht: Die innere Unruhe des Hundes. Viele Hunde laufen ihren Besitzern in der Wohnung ständig hinterher (Kontrollverhalten) oder drehen völlig durch, wenn Besuch kommt.
Das Decken-Training (oder „Geh auf deinen Platz“) ist mehr als nur ein Ort. Es ist ein Zustand. Der Hund lernt: „Dort ist meine Ruhezone. Dort habe ich Pause. Ich muss mich um nichts kümmern, nicht mal um die Türklingel.“
Es ist der beste Weg, um Hektik aus dem Alltag zu nehmen.
Schritt 1: Den Ort „aufladen“
Wähle einen festen Platz (Körbchen oder Decke), der gemütlich ist, aber nicht mitten im Weg liegt. Der Hund soll dort alles im Blick haben können, aber nicht „Wachposten“ spielen.
- Locke den Hund mit einem Leckerli auf die Decke.
- Sobald er mit allen vier Pfoten drauf ist: „Klick“ (oder Markerwort „Fein!“) und Leckerli geben.
- Wirf ein Leckerli weg von der Decke, damit er wieder aufsteht.
- Wiederhole das Spiel. Der Hund lernt: „Diese Decke ist magisch, da gibt es Belohnung.“
Schritt 2: Das Hinlegen und Bleiben
Jetzt wollen wir nicht nur, dass er draufsteht, sondern dass er zur Ruhe kommt.
- Locke ihn auf die Decke und warte kurz. Die meisten Hunde legen sich von alleine hin, wenn sie warten.
- Sobald er liegt: Belohnen.
- Wichtig: Füttere ihn jetzt mehrmals hintereinander auf der Decke, solange er liegt. Nicht nur einmal und dann weggehen. Er soll lernen, dass das Bleiben belohnt wird, nicht das Aufspringen.
Schritt 3: Das Kommando einführen
Wenn der Hund fast schon automatisch zur Decke läuft, sagst du dein Wort (z.B. „Decke“, „Box“, „Körbchen“), kurz bevor er dort ankommt.
Schritt 4: Die Königsdisziplin – Dauer und Abstand
Hier scheitern die meisten, weil sie zu schnell vorgehen.
- Entferne dich erst nur einen Schritt. Gehe sofort zurück und belohne.
- Steigere die Zeit langsam (erst 5 Sekunden, dann 10, dann 30).
- Wenn der Hund aufsteht ohne Erlaubnis: Bringe ihn ruhig, aber konsequent wieder zurück. Kein Schimpfen, einfach zurückführen („Nein, Decke“).
Das wichtigste Detail: Das Auflöse-Signal
Woher weiß der Hund, wann er aufstehen darf? Du musst es ihm sagen!
Führe ein Wort ein wie „Ok“, „Lauf“ oder „Frei“.
Erst wenn dieses Wort kommt, darf der Hund die Decke verlassen. Das gibt ihm Sicherheit. Solange du nichts sagst, bleibt er im „Ruhe-Modus“.
Die 3 goldenen Regeln für das Decken-Training
- Keine Strafbank: Schicke den Hund niemals zur Strafe ins Körbchen („Ab ins Körbchen, du böser Hund!“). Der Platz muss immer positiv besetzt sein (Wohlfühlort), sonst geht er nicht gerne hin.
- Kauknochen helfen: Um ihm zu zeigen, dass die Decke toll ist, gib ihm dort einen Kauknochen. Kauen beruhigt.
- Geduld beim Besuch: Übe das nicht erst, wenn der Besuch schon da ist und der Hund aufgeregt ist. Übe es, wenn es langweilig ist. Erst wenn es klappt, steigerst du die Ablenkung (Türklingel).
