Labradoodle
Der Kuschelbär mit Köpfchen
Der Labradoodle ist der bekannteste Vertreter der sogenannten „Designer Dogs“. In den 1980er Jahren in Australien gezüchtet, war das Ziel einen Blindenführhund zu erschaffen, der nicht haart, damit auch Allergiker ihn halten können. Die Mischung aus Labrador Retriever und Großpudel schien perfekt.
Heute ist er ein absoluter Modehund. Er vereint die Arbeitsfreude und Freundlichkeit des Labradors mit der hohen Intelligenz und dem (meist) nicht-haarenden Fell des Pudels. Aber: Ein Labradoodle ist keine Rasse von der Stange, sondern ein Überraschungspaket.
Steckbrief
- Ursprung: Australien
- FCI-Gruppe: Nicht anerkannt! (Da es eine Kreuzung ist, gibt es keinen offiziellen Rassestandard im klassischen Sinn, außer beim „Australian Labradoodle“, der strenger gezüchtet wird).
- Felltypen: „Wool“ (wie beim Pudel, gelockt), „Fleece“ (weich und wellig) oder „Hair“ (eher wie beim Labrador, haart meistens).
Das Wesen: Der unkomplizierte Clown
- Menschenbezogen: Er liebt alles und jeden. Er ist kein Wachhund – Einbrecher würde er vermutlich schwanzwedelnd mit seinem Lieblingsspielzeug begrüßen.
- Intelligent & Lernwillig: Er lernt rasend schnell. Das ist toll für Tricks und Gehorsam, bedeutet aber auch: Er lernt Unsinn genauso schnell, wenn man nicht aufpasst.
- Sanftmütig: Er hat eine sehr hohe Reizschwelle und eignet sich deshalb hervorragend als Familienhund oder sogar als Therapiehund.
Der Allergiker-Mythos und die Fellpflege
Viele glauben: Labradoodle kaufen = keine Hundehaare = keine Allergie. Das ist gefährlich! Erstens gibt es Doodles, die stark haaren (wenn der Labrador durchschlägt). Zweitens reagieren viele Allergiker auf Speichel und Hautschuppen, nicht auf das Haar selbst. Vor dem Kauf muss das individuell mit dem Züchter und dem spezifischen Welpen getestet werden!
Ein weiterer Irrtum ist die Pflege: Weil er nicht haart, fällt das alte Fell nicht aus. Es bleibt im Pelz hängen. Ohne regelmäßiges, intensives Bürsten (mehrmals pro Woche) und den Gang zum Hundefriseur (alle 6-8 Wochen) verfilzt der Hund bis auf die Haut. Das ist schmerzhaft und teuer.
Gesundheit: Mischlinge sind nicht automatisch gesünder
Da es keinen kontrollierenden Verband gibt, tummeln sich leider viele „Vermehrer“ auf dem Markt, die kranke Hunde verpaaren.
- Gelenke: Hüft- (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) können vom Labrador vererbt werden.
- Augen: Progressive Retinaatrophie (PRA), eine Augenkrankheit, kommt bei Pudeln und Labbis vor. Achte zwingend darauf, dass die Elterntiere auf diese Krankheiten getestet und geröntgt sind!
Fazit: Passt der Labradoodle zu dir?
Ein klares JA, wenn:
- Du einen fröhlichen, leicht erziehbaren Anfängerhund suchst.
- Du Kinder hast und einen toleranten, aktiven Begleiter möchtest.
- Du bereit bist, Zeit und Geld in eine aufwendige Fellpflege zu investieren.
Ein klares NEIN, wenn:
- Du blind darauf vertraust, dass er zu 100% allergikerfreundlich ist.
- Du dir die teuren Besuche beim Hundefriseur sparen möchtest.
- Du einen Schutz- oder Wachhund suchst.
