Neufundländer
Der Neufundländer: Der sanfte Riese mit dem Herz aus Gold
Wenn ein Neufundländer auf einen zukommt, denkt man im ersten Moment oft eher an einen Bären als an einen Hund. Mit seinem gewaltigen Körperbau, dem dichten Fell und dem massiven Kopf ist er eine wirklich imposante Erscheinung.
Doch wer sich von der schieren Größe einschüchtern lässt, verkennt das wahre Wesen dieser Rasse. Hinter der bärenhaften Fassade verbirgt sich einer der gutmütigsten, friedlichsten und menschenfreundlichsten Hunde der Welt.
In diesem Rasseportrait erfährst du, warum der „Neufi“ ein fantastischer Familienhund ist, wo seine wahre Leidenschaft liegt und warum du bei seiner enormen Körpermasse das Thema Gelenkschutz niemals auf die leichte Schulter nehmen darfst.
1. Herkunft: Der furchtlose Wasserarbeiter aus Kanada
Wie der Name schon verrät, stammt diese Rasse von der kanadischen Insel Neufundland. Dort wurde er von Fischern und Seefahrern als unverzichtbarer Arbeitshund eingesetzt.
Seine Aufgaben waren schwerste körperliche Arbeit unter extremen Wetterbedingungen: Er zog schwere Fischernetze aus dem eiskalten Wasser, half beim Transport von Holz und rettete als furchtloser Wasserhund sogar Menschen vor dem Ertrinken. Bis heute haben Neufundländer Schwimmhäute zwischen den Zehen und eine absolute Leidenschaft für alles, was mit Wasser zu tun hat.
2. Aussehen und Merkmale
Der Neufundländer gehört zu den größten und schwersten Hunderassen der Welt.
- Größe: Rüden erreichen eine Schulterhöhe von durchschnittlich 71 cm, Hündinnen liegen bei etwa 66 cm.
- Gewicht: Ein ausgewachsener Rüde wiegt in der Regel zwischen 60 und stolzen 70 kg (teilweise sogar darüber). Hündinnen bringen zwischen 50 und 60 kg auf die Waage.
- Fell: Dicht, wasserabweisend und mit extrem viel Unterwolle ausgestattet, was ihn perfekt gegen Kälte isoliert (dafür im Sommer aber stark belasten kann). Die klassischen Farben sind Schwarz, Braun oder Weiß-Schwarz.
3. Charakter: Die Ruhe selbst
Es gibt kaum etwas, das einen gut sozialisierten Neufundländer aus der Ruhe bringt. Er ist extrem geduldig, sanftmütig und hat eine extrem hohe Reizschwelle.
In seiner Familie ist er wahnsinnig verschmust und zeigt oft eine rührende Fürsorge, besonders gegenüber Kindern (weshalb er oft als „Nanny Dog“ bezeichnet wird). Aggression, Nervosität oder ein starker Jagdtrieb sind ihm in der Regel völlig fremd. Er bellt selten und neigt nicht zum Kläffen, was ihn trotz seiner Größe zu einem sehr angenehmen Begleiter im Alltag macht.
4. Für Anfänger
Der Neufundländer ist aufgrund seines extrem gutmütigen, leichtführigen und menschenbezogenen Wesens ein wunderbarer Hund für Anfänger. Er verzeiht erzieherische Fehler leichter als viele andere Rassen und bringt keinen komplizierten Jagd- oder Schutztrieb mit, den man mühsam kontrollieren müsste.
Ein Anfänger muss sich jedoch einer Sache zwingend bewusst sein: Die schiere körperliche Kraft. Ein 70-Kilo-Hund, der an der Leine entscheidet, in die andere Richtung zu gehen (oder in einen See zu springen), lässt sich von einem Menschen kaum noch rein physisch halten. Eine saubere Grunderziehung und Leinenführigkeit von Welpenbeinen an sind daher auch für Anfänger das absolute A und O.
5. Gesundheit und die richtige Ausrüstung: Prävention ist alles!
Bei einem Hund, der das Gewicht eines erwachsenen Menschen erreicht, ist der Gelenkverschleiß das größte Gesundheitsrisiko. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind bei Riesenrassen leider weit verbreitet. Um die Gelenke zu schonen, musst du im Alltag zwingend mit der richtigen Ausrüstung arbeiten:
- Lebensretter Hunderampe: Ein Neufundländer darf unter gar keinen Umständen aus dem Kofferraum springen. Das enorme Gewicht, das beim Landen auf die Schultern und Vorderläufe knallt, zerstört langfristig jeden Knorpel. Eine extrem robuste Hunderampe ist vom Welpen- bis ins Seniorenalter absolute Pflicht. Schau dir in unserem Hunderampen-Test an, welche Modelle überhaupt für Hunde über 60 kg zugelassen und stabil genug sind.
- Das richtige Liegepolster: Wenn sich 70 Kilo Hund auf den Boden fallen lassen, hat das mit einem eleganten Ablegen oft wenig zu tun. Normale Hundebetten sind für dieses Gewicht schlichtweg nutzlos und liegen sich sofort durch. Um schmerzhafte Liegeschwielen und Arthrose zu vermeiden, benötigt der Neufundländer zwingend ein orthopädisches Hundebett aus dickem Memory Foam , das seiner extremen Körpermasse standhält und die Wirbelsäule gerade hält.
6. Fazit
Der Neufundländer ist ein Hund für Menschen, die viel Platz haben, das Wasser lieben und sich an etwas Hundehaaren (und gelegentlichem Sabbern) im Haus nicht stören. Er ist kein Sportpartner fürs Joggen, sondern ein gemütlicher, unglaublich loyaler Familienhund. Wer ihm im Sommer ein kühles Plätzchen und einen See zum Schwimmen bieten kann, bekommt einen besten Freund von beeindruckender Größe und mit einem noch größeren Herzen.






