Mops
Der Mops: Viel Hund in kleiner Verpackung (und ein ernstes Thema)
„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Dieses Zitat von Loriot ist fast so berühmt wie der Hund selbst. Und wer einmal einen Mops hatte, versteht es. Diese Hunde haben einen Humor und eine menschenbezogene Art, die süchtig macht.
Aber der Mops ist auch das traurigste Beispiel dafür, was Menschen Hunden antun können. Das „Kindchenschema“ (großer Kopf, runde Augen, keine Nase) wurde so extrem gezüchtet, dass viele Möpse heute kaum atmen können.
In diesem Porträt feiern wir seinen tollen Charakter, reden aber Tacheles über die Gesundheit. Denn wer einen Mops liebt, muss beim Kauf extrem kritisch sein.
Steckbrief: Mops
- Ursprung: China (später Großbritannien)
- FCI-Gruppe: Gesellschafts- und Begleithunde
- Größe: 25 – 32 cm
- Gewicht: 6 – 8 kg (leider oft deutlich schwerer/übergewichtig)
- Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre (stark abhängig von der Atmung)
- Farben: Beige (mit schwarzer Maske), Schwarz, Silber, Apricot.
Der Charakter: Ein Clown auf vier Pfoten
Charakterlich ist der Mops ein Hauptgewinn. Er ist absolut friedlich und aggressionsfrei.
- Humor: Ein Mops bringt dich zum Lachen. Er schneidet Grimassen, macht seltsame Geräusche und ist einfach witzig.
- Der „Schatten“: Er weicht dir nicht von der Seite. Er ist ein echter Begleithund, der Körperkontakt liebt.
- Sturheit: Unterschätze ihn nicht! Er weiß genau, was er will. Wenn er nicht mehr spazieren gehen will, setzt er sich hin. Und da bleibt er auch.
- Friedfertigkeit: Er kommt meist mit jedem und allem aus – anderen Hunden, Katzen, Kindern. Er ist der geborene Diplomat.
Erziehung: Bitte mit Sahnehäubchen
Ein Mops lässt sich nicht drillen. Er fragt immer nach dem „Warum“.
- Futter ist der Schlüssel: Für ein Leckerchen tut er fast alles. Das macht die Erziehung einfach, birgt aber die Gefahr des Übergewichts.
- Sensibilität: Er merkt sofort, wenn du sauer bist. Ein strenger Tonfall reicht völlig aus; Härte bricht sein kleines Herz.
- Stubenreinheit: Möpse brauchen manchmal etwas länger, bis sie zuverlässig stubenrein sind (besonders bei Regenwetter, das hassen sie).
Gesundheit: Das „Elefant“ im Raum
Hier müssen wir ehrlich sein. Die Rasse leidet unter Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit).
- Atmung (BOAS): Das Röcheln und Schnarchen, das viele „süß“ finden, ist eigentlich Atemnot. Verengte Nasenlöcher und ein zu langes Gaumensegel machen jedem Atemzug zur Arbeit. Achte auf „freiatmende“ Zuchtlinien (z.B. „Altdeutscher Mops“ oder „Retromops“), die wieder mehr Schnauze haben!
- Augen: Da die Augen sehr hervorstehen, verletzen sie sich schnell (Hornhautentzündungen) oder fallen im schlimmsten Fall bei Unfällen aus den Höhlen (kein Witz!).
- Hautfalten: Die Falte über der Nase muss immer trocken gehalten werden, sonst entzündet sie sich.
- PDE: Eine spezifische Hirnhautentzündung beim Mops (tödlich). Seriöse Züchter testen darauf.
Pflege: Falten und Haare
- Der „Mops-Glitzer“: Möpse haaren extrem viel. Die kurzen, borstigen Haare stecken überall fest.
- Faltenpflege: Die Nasenfalte muss regelmäßig (oft täglich) kontrolliert und gereinigt werden.
Fazit: Passt der Mops zu dir?
Der Mops ist ein wunderbarer Hund für Menschen, die einen gemütlichen, lustigen Partner suchen.
Er ist der richtige Hund für dich, wenn:
- Du einen Hund mit wenig Jagdtrieb suchst.
- Du bereit bist, sehr viel Zeit in die Suche nach einem gesunden Züchter zu investieren (suche nach Züchtern, die auf Gesundheit und „Nase“ züchten, nicht auf Optik!).
- Du keinen Marathonläufer suchst, sondern einen gemütlichen Spaziergänger.
- Du Humor hast und einen Hund willst, der dich jeden Tag zum Lachen bringt.
Ein wichtiger Appell: Bitte kaufe keinen Mops-Welpen billig aus dem Internet, der keine Nase hat. Damit unterstützt du Tierquälerei. Schau dich auch im Tierschutz um oder suche gezielt nach „Sportmöpsen“ oder Retromöpsen mit Schnauze. Dein Hund wird es dir mit Lebensfreude danken.
