Erstausstattung für den Hund: Die ultimative Checkliste (ohne unnötigen Schnickschnack)
Der Einzug eines Hundes steht bevor! Die Vorfreude ist riesig, und der „Nestbautrieb“ setzt ein. Man steht im Tierfachgeschäft und ist völlig überfordert: Tausende Leinen, Betten in allen Farben und Spielzeuge, die quietschen, blinken oder hüpfen.
Was braucht ein Hund wirklich? Und was ist nur Geldverschwendung?
In dieser Checkliste trennen wir das Wesentliche vom Unnötigen. Hier erfährst du, was am Tag 1 bereitstehen muss, damit der Einzug entspannt verläuft.
1. Schlafplatz & Ruhezone
Der Hund braucht einen Rückzugsort, der tabu für Kinder und Besucher ist.
- Das Körbchen: Kauf für den Anfang nicht das teuerste Designer-Bett. Welpenzähne nagen gerne an Weidenkörben oder Reißverschlüssen. Ein robustes Kunstleder-Bett oder ein waschbares Kissen („Vetbed“) sind ideal.
- Die Größe: Der Hund sollte sich komplett ausstrecken können.
- Tipp für Welpen: Eine Hundebox (Zimmerkennel) ist goldwert. Sie hilft bei der Stubenreinheit (Hunde beschmutzen ihr eigenes Nest nicht gerne) und dient als sichere Höhle, um zur Ruhe zu kommen. Gewöhne ihn positiv und langsam daran!
2. Gassi-Ausrüstung
Hier werden die meisten Fehler gemacht.
- Das Geschirr: Ein gut sitzendes Y-Geschirr ist Pflicht. Es schont die Halswirbelsäule, wenn der Hund (oder Welpe) noch an der Leine zieht. Achte darauf, dass die Schultern frei beweglich sind.
- Das Halsband: Eher als „Deko“ für die Hundemarke oder für kurze Wege. Wähle ein breites, weiches Halsband.
- Die Leine: Bitte keine Flexi-Leine (Rollleine) für den Anfang! Der Hund lernt damit das Ziehen, da die Leine immer auf Spannung ist.
- Empfehlung: Eine 2 bis 3 Meter lange, 3-fach verstellbare Führleine aus Nylon oder Fettleder.
3. Fressen & Trinken
- Die Näpfe: Du brauchst zwei (Wasser & Futter).
- Material: Keramik oder Edelstahl sind besser als Plastik. Plastik bekommt schnell Kratzer, in denen sich Bakterien sammeln (kann zu Kinnakne führen) und enthält oft Weichmacher.
- Die Unterlage: Eine Napfunterlage schützt deinen Boden vor Wasserpfützen.
- Das Futter: Frage beim Züchter oder Vorbesitzer, was der Hund bisher gefressen hat. Füttere das die ersten 1–2 Wochen weiter, um Stress-Durchfall zu vermeiden. Danach kannst du langsam umstellen.
4. Pflege & Hygiene
- Kotbeutel: Kauf gleich eine Großpackung. Deponiere sie in jeder Jackentasche. Es gibt nichts Peinlicheres, als ohne Beutel dazustehen.
- Zeckenzange: Ein absolutes Muss im Frühjahr und Sommer.
- Bürste: Je nach Felltyp. Für Welpen eine weiche Bürste, um das Bürsten als „Wellness“ zu üben, nicht um Filz zu entfernen.
- Alte Handtücher: Lege dir einen Stapel in den Flur („Dreckpfoten-Station“) und ins Auto.
5. Sicherheit & Transport
Wie kommt der Hund nach Hause?
- Im Auto: Der Hund darf nicht ungesichert auf der Rückbank sitzen.
- Option A: Eine stabile Alubox im Kofferraum (am sichersten).
- Option B: Ein TÜV-geprüftes Sicherheitsgeschirr, das in das Gurtschloss geklickt wird.
- Erste-Hilfe-Set: Ein kleines Set mit Verbandsmaterial, Desinfektionsspray (ohne Brennen!) und einer stumpfen Schere.
6. Spielzeug & Beschäftigung
Weniger ist mehr. Wenn 50 Spielzeuge herumliegen, werden sie langweilig.
- Kauspielzeug: Ein Kong (aus Naturkautschuk), den man mit Joghurt oder Leberwurst füllen kann, ist genial, um den Hund lange ruhig zu beschäftigen.
- Tau/Zerrseil: Für gemeinsame Spiele mit dir.
- Welpen-Tipp: Verzichte am Anfang auf „Quietschies“. Der Welpe soll die Beißhemmung lernen. Wenn das Spielzeug quietscht, wenn er fest zubeißt, animiert das oft noch mehr, statt zu bremsen.
Was du (noch) NICHT brauchst
Spare dir das Geld für:
- Hundebekleidung: Außer du hast einen Hund ganz ohne Unterwolle im tiefsten Winter. Die meisten Hunde brauchen keine Regenjacken.
- Teure Leckerlis: Für das Training reicht oft das normale Trockenfutter (vom Tagesbedarf abziehen!) oder kleine Käsewürfel/Fleischwurst. Viele „bunte“ Leckerlis aus dem Handel sind voller Zucker und Chemie.
- Erziehungs-Gadgets: Anti-Bell-Halsbänder oder Wasserspritzen haben in einer fairen Hundeerziehung nichts verloren.
Checkliste für den Einkauf
Hier zum Screenshotten oder Ausdrucken:
- [ ] Schlafplatz (Korb oder Box)
- [ ] Y-Geschirr (passende Größe!) & Halsband
- [ ] Verstellbare Führleine (keine Flexi)
- [ ] 2 Näpfe (Keramik/Edelstahl)
- [ ] Futter für die ersten Wochen
- [ ] Kotbeutel
- [ ] Zeckenzange & Erste-Hilfe-Set
- [ ] Autobox oder Anschnallgurt
- [ ] 1-2 robuste Spielzeuge (Kong, Zerrseil)
- [ ] Haftpflichtversicherung (!! sehr wichtig)

Fazit
Lass dich nicht vom Konsumrausch anstecken. Dein Hund braucht am Anfang vor allem eines: Dich, Geduld und Sicherheit. Ob das Körbchen nun grau oder beige ist, ist ihm völlig egal. Investiere lieber in ein gutes Geschirr und hochwertiges Futter als in das zehnte Plüschtier.
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