Die Leinenführigkeit trainieren

Damit Hund und Herrchen bei Spaziergängen entspannt die Hundeleine verwenden können, müssen sie gemeinsam die Leinenführigkeit trainieren. Der Anspruch des Hundehalters besteht darin, dass ein Hund den durch die Leine vorgegebenen Radius einhält, ohne dass er an dieser zieht. Diese Leinenführigkeit ist zu trainieren, denn die genetische Programmierung des Hundes sieht keineswegs vor, dass dieser immer in der unmittelbaren Nähe seines Sozialpartners bleibt. Je früher Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern die Leinenführigkeit trainieren, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Voraussetzung für das Leinentraining ist, dass der Hund über genügend Bewegungsmöglichkeiten verfügt und deshalb ausgeglichen ist. Bei Tieren mit Bewegungsmangel oder bei gestressten Vierbeinern müssen die Besitzer vor dem Training der Leinenrührigkeit diese Mängel beheben.

Leinenfuehrigkeit-trainieren

Leinenführigkeit trainieren

Hunde sind an der Leine ungeduldig
Ein an der Leine geführter Hund lässt sich mit einem Autofahrer vergleichen, der langsam vor ihm fahrende Wagen nicht überholen kann. Hunde bevorzugen bei längeren Spaziergängen den Trab als Gangart, für den der Mensch schlicht zu langsam ist. Ohne Leine ausgeführte Hunde laufen deshalb gerne vor und kehren nach immer wieder zum Menschen zurück. Indem Hundebesitzer mit ihren Tieren die Leinenrührigkeit trainieren, erziehen sie den Vierbeiner zur Akzeptanz einer für ihn unnatürlich niedrigen Geschwindigkeit. Der schnelle Leinenruck, sobald der Hund an der Leine zieht, ist schmerzhaft und für das Training des gewünschten Verhaltens nicht zielführend. Beim Training der Leinenrührigkeit führt vielmehr das partnerschaftliche Miteinander zum Erfolg.

Das Führen stellt nicht die eigentliche Aufgabe der Leine dar
Ein erfahrener Hundehalter führt seinen Vierbeiner nicht über die Leine, sondern durch seine Körperhaltung und durch seine Stimme. Die Aufgabe der Hundeleine besteht ausschließlich in der Sicherung des Hundes und in der Erfüllung gesetzlicher Auflagen. Das Gehen an der Leine lässt sich als ein Spiel bestehen, dessen Grundregel lautet, dass die Hundeleine locker durchhängen soll. Wenn der Mensch hart an der Leine zieht, verstößt er selbst gegen die Spielregeln und macht es dem Hund nahezu unmöglich, diese zu begreifen. Zum Trainieren der Leinenrührigkeit sollte die Leine anfangs mindestens drei Meter lang sein. Damit der Hund sich durch die Stimme und die Körpersprache führen lässt, spricht sein Herrchen ihn beim Start des Spaziergangs an und lobt ihn, wenn er in seiner Nähe bleibt, ohne an der Leine zu ziehen. Es ist sinnvoll, den Hund für das erwünschte Verhalten zu belohnen.

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Sollte der Vierbeiner an der Hundeleine ziehen, bleibt sein Herrchen kommentarlos stehen. Sobald die Leine wieder locker hängt, lässt sich der Spaziergang – am besten mit einer Richtungsänderung – fortsetzen. Eine Belohnung darf in diesem Fall nicht erfolgen. Andernfalls erlernt der Hund irrtümlich das gelegentliche Ziehen an der Leine als wünschenswertes Verhalten.

Keine Ablenkung beim Training der Leinenführigkeit
Wenn Hundehalter mit ihrem Vierbeiner die Leinenführigkeit trainieren, achten sie anfangs darauf, dass möglichst wenig Ablenkung besteht. Aus diesem Grund erfolgen die ersten Trainingsschritte an Orten, an denen eigentlich keine Hundeleine erforderlich ist. Am besten geeignet sind der eigene Garten und eine große Wiese. Als Alternative bietet sich ein am Sonntag nicht genutzter Parkplatz eines Einkaufszentrums an. Hunde empfinden das Ableinen nach einem erfolgreichen Leinentraining ebenso wie ein klassisches Leckerli als Belohnung. Erst wenn der Hund die Grundlagen der Leinenrührigkeit beherrscht, verlegt sein Herrchen oder Frauchen das Training an die Orte, an denen die Hundeleine tatsächlich erforderlich ist. Des Weiteren fördern regelmäßige Änderungen der Gehrichtung den Erfolg des Trainings der Leinenrührigkeit.

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